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Pressebericht |
| Billigbiere bedrängen Premium-Konkurrenz Billigbiere sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Im direkten Vergleich tun sich Premium-Anbieter zunehmend schwer. Das gilt auch für Deutschlands größte Privatbrauerei Krombacher. Billigmarke OETTINGER überrundet Krombacher Das Siegerländer Unternehmen konnte zwar gegen den Branchentrend ein Plus bei Umsatz- und Absatz melden. Mit 5,5 Millionen Hektolitern verkaufte Krombacher im vergangenen Jahr 1,4 Prozent mehr Bier als 2003. Der Umsatz wuchs um 1,1 Prozent auf 515 Mio. Euro. Den gewohnten Titel als meistgetrunkene Biermarke in Deutschland musste der langjährige Marktführer allerdings im Vorjahr abgeben. Überrundet wurde Krombacher ausgerechnet von der bayerischen Billigmarke Oettinger. Schneller auf Mehrweggebinde umgestellt Der Bierausstoß der bayerischen Privatbrauerei legte im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 6,4 Millionen Hektoliter zu. Wegen seiner Rekord-Niedrigpreise wird OETTINGER in der deutschen Brauwirtschaft auch mit dem Discounter Aldi verglichen. OETTINGER habe vor allem von den Problemen der Konkurrenz mit dem Dosenpfand profitiert, sagt Gesellschafter Günther Kollmar. "Wir haben schneller auf Mehrweggebinde umgestellt und konnten Verluste durch die Auslistung von Dosen schneller wettmachen", sagt der Brauereichef. Konkurrenz wird noch größer Dennoch horcht die Branche auf: "Ein Billigbier als Marktführer, das gab es in Deutschland noch nie", sagt Branchenfachmann Rudolf Böhlke von Ernst & Young (E&Y). Nach Prognose der Wirtschaftsprüfer werden die so genannten Premiummarken wie Krombacher, Bitburger, Warsteiner oder Veltins auf mittlere Sicht ihre Stellung auf dem deutschen Markt zwar behaupten können. Satt zulegen werde aber die Billigkonkurrenz, glaubt E&Y. Dazu zählen Marktforscher neben OETTINGER auch Namen wie Sternburg, Felskrone oder die Warsteiner-Billigmarke Paderborner. Von derzeit etwa 18 Prozent werde sich ihr Marktanteil bis 2015 auf bis zu 40 Prozent steigern. Um 17,2 Prozent legten Einstiegsmarken allein im dritten Quartal des Vorjahres nach Berechnung von AC Nielsen zu. Reinheitsgebot ein Nachteil für Markenbiere Gespeist wird der Vorwärtsdrang der Billigheimer vor allem aus den Fehlern der etablierten Markenkonkurrenz, glaubt Böhlke: "Die Brauereien haben die Markenpflege vernachlässigt", sagt er. Ausgerechnet das deutsche Reinheitsgebot spielt nach Meinung von Biermanagern den Billiganbietern zusätzlich in die Hände: "Es gibt in Deutschland kein wirklich schlechtes Bier", sagt Experte Rüdiger Ruoss. Die Konsequenz: "Die Konsumenten lernen gerade, wie billig Bier sein kann", sagt Böhlke. Das Branchen-Mittelfeld leidet Darunter leiden wird nach Erwartung der Marktforscher das Branchen-Mittelfeld, die so genannten Konsum-Biere. Dazu rechnet die Branche auch Traditionsmarken wie die zur Oetker-Gruppe gehörende Dortmunder Actien Brauerei (DAB), Holsten oder regionale Anbieter wie Stuttgarter Hofbräu. Vor allem regionale Marken würden beim Vormarsch der Billigmarken aufgerieben, glauben sie. Hier werde es zu weiteren Aufkäufen kommen. Geschäftsmodelle bei OETTINGER tragen zum Gewinn bei Schlanke Vertriebsstrukturen, eine moderne Produktion und die Umgehung des Zwischenhandels nennt Oettinger-Chef Kollmar als Erfolgsfaktoren. Die Bayern beliefern den Einzelhandel direkt. Außerdem spart OETTINGER bei der Fernsehwerbung und liefert kaum an die Gastronomie. Alle glauben an Umsatzsteigerung Billigbiere würden auch in 2005 zulegen, wenn auch nicht so extrem wie im Vorjahr, glaubt ein Veltins-Sprecher. "Premiumanbieter werden ihre Position halten können", glaubt Ruoss. Mit einem Absatzzuwachs von zwei bis drei Prozent rechnet Krombacher für 2005. Fünf bis acht Prozent erwartet OETTINGER-Chef Kollmar für sein Haus. "Reibungsverluste durch die Übernahme" Zu den Verlierern des Vorjahres zählen auch Premiumanbieter wie Warsteiner. Ein Absatzminus von 9,9 Prozent steht für die Erfolgsmarke der 90er Jahre zu Buche. Konkurrent Jever setzte gleich 11,7 Prozent weniger ab. "Reibungsverluste durch die Übernahme", urteilt die Konkurrenz. In 2004 ging der Getränkekonzern Brau & Brunnen, dem Jever gehört, in den Besitz der Oetker-Gruppe über. Mit der Übernahme wurde Oetker zum größten deutschen Braukonzern. Financial Times Deutschland. 19.01.2005 |
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Oettinger Brauerei GmbH - Brauhausstraße 8 - D-86732 Oettingen i. Bay. |